IoT4Building : intelligente Gebäude wirklich intelligent machen
01.09.2026 VORHERIGER ARTIKEL NÄCHSTER ARTIKEL
Ein Gemeinschaftsprojekt zur Vereinfachung, Vernetzung und besseren Steuerung der technischen Gebäudesysteme
Wie lässt sich ein Gebäude energieeffizienter, komfortabler und verwaltungsfreundlicher gestalten, ohne dass es zu einem technologischen Moloch wird? Genau dieser Herausforderung widmet sich das Projekt IoT4Building, das von der HTA-FR / iCoSys geleitet und im Rahmen der NRP-Kooperationsprojekte des Kantons Freiburg unterstützt wird.
Heute werden in Gebäuden immer mehr Sensoren, Steuerungen, Überwachungsinstrumente und Lösungen zur Energieoptimierung eingesetzt. Diese Technologien können dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken, den Komfort der Nutzer zu verbessern und die Instandhaltung zu vereinfachen. In der Praxis werden sie jedoch oft separat von verschiedenen Anbietern installiert, wobei die Systeme nicht immer miteinander kommunizieren. Das Ergebnis: Ein Gebäude mag auf dem Papier „intelligent“ sein, bleibt aber in der Praxis komplex, kostspielig und im täglichen Betrieb schwer zu handhaben.
Das Projekt IoT4Building zielt genau darauf ab, dieses Problem der Interoperabilität zu lösen. Das Ziel besteht nicht darin, den bereits bestehenden digitalen Lösungen eine weitere hinzuzufügen, sondern einen kohärenteren Rahmen für Smart-Building-Projekte zu schaffen. Mit anderen Worten: Wie kann sichergestellt werden, dass Sensoren, Heizungs- und Lüftungssysteme, Energieüberwachungssysteme, Software und Nutzer zuverlässig, skalierbar und nachvollziehbar zusammenarbeiten?
Um dies zu erreichen, bringt das Projekt Akteure aus der Praxis, Technologieunternehmen und Spezialisten aus der angewandten Forschung zusammen. Dem Konsortium gehören insbesondere WAGO Contact AG, der Gebäudedienst des Kantons Freiburg, der Verband des kantonalen Berufsbildungszentrums, Energil, Belimo, Yord, Engiby, Recarta, Signa Terre, Cetec Automation und die HTA-FR / iCoSys an. Diese Vielfalt ist von entscheidender Bedeutung: Ein intelligentes Gebäude beschränkt sich nicht nur auf die technische Ausstattung, sondern umfasst auch Betreiber, Integratoren, Eigentümer, Nutzer und betriebswirtschaftliche Entscheidungen.
Konkret soll IoT4Building dazu beitragen, den Bedarf im Vorfeld besser zu definieren, geeignete technische Architekturen zu ermitteln, Überschneidungen zwischen den Systemen zu vermeiden und die Wartung zu vereinfachen. Das Projekt sieht insbesondere die Entwicklung eines auf offenen Standards basierenden Referenzmodells für die Gebäudetechnik vor, um die Lösungen einfacher implementierbar und langfristig nachhaltiger zu gestalten.
Über die Energieeffizienz hinaus geht es auch um wirtschaftliche Aspekte. Besser vernetzte Systeme können unnötige Investitionen vermeiden, die Arbeit der Betreiber vereinfachen und Gebäude besser an künftige gesetzliche Anforderungen anpassen. Sowohl für öffentliche als auch für private Eigentümer bietet dies die Chance, die technische Komplexität im Griff zu behalten und gleichzeitig den Weg zu sparsameren, komfortableren und leichter zu verwaltenden Gebäuden einzuschlagen.
Mit IoT4Building stärkt der Kanton Freiburg somit seine Position im Bereich des intelligenten Bauens, indem er auf nützliche, pragmatische und an den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort ausgerichtete Innovationen setzt.