Nachhaltiges Bauen: Nachhaltiges Bauen als wirtschaftliche Chance nutzen
01.09.2026 VORHERIGER ARTIKEL NÄCHSTER ARTIKEL
Ein Gemeinschaftsprojekt, das Akteure der Baubranche dabei unterstützt, durch nachhaltigeres Bauen und Sanieren Mehrwert zu schaffen
Nachhaltiges Bauen ist heute nicht mehr nur eine Option. Neue Energieanforderungen, die Berücksichtigung der grauen Energie, die CO₂-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus hinweg, gestiegene Erwartungen der Bauherren: Die Baubranche muss sich rasch weiterentwickeln. Doch zwischen den Umweltzielen und der wirtschaftlichen Realität vor Ort bestehen nach wie vor zahlreiche Hindernisse.
Das Projekt Nachhaltiges Bauen, das von der HSW-FR und der HTA-FR getragen wird, geht von einer einfachen Feststellung aus: Technische Lösungen gibt es oft, doch sie finden nicht immer ihren Platz in einem tragfähigen Wirtschaftsmodell. Die Hindernisse können finanzieller, organisatorischer oder rechtlicher Natur sein oder mit einer mangelnden Koordination zwischen den Akteuren zusammenhängen. Das Projekt zielt daher darauf ab, diese Einschränkungen in konkrete Chancen der Wertschöpfung umzuwandeln.
Um dies zu erreichen, bringt Nachhaltiges Bauen Partner aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammen: Bau- und Sanierungsunternehmen, Ingenieur- und Architekturbüros, Finanzakteure, Automatisierungsspezialisten, Gütesiegel, Berufsverbände und akademische Institutionen. Zu den Partnern zählen insbesondere Archiclimat, die Freiburger Kantonalbank, Belimo Automation, Carbon Fri, OVALE Ingénieurs, die SIA Freiburg, die SIA Genf, Progin Sols, Stephan SA, Lutz Architectes, die HSW-FR und die HTA-FR.
Im Herzstück des Projekts steht die Entwicklung eines methodischen Rahmens namens Value Proposition Generator. Sein Ziel: Die Akteure der Baubranche dabei zu unterstützen, fehlende Wertschöpfungsvorschläge, Synergien zwischen den verschiedenen Berufsfeldern und die notwendigen Voraussetzungen zu identifizieren, um eine nachhaltige Lösung für den Markt wirklich attraktiv zu machen. Es geht nicht nur darum, zu sagen, dass eine Lösung besser für die Umwelt ist, sondern zu verstehen, wie sie sowohl für Unternehmen als auch für Bauherren relevant, rentabel und umsetzbar werden kann.
Konkret stützt sich das Projekt auf von den Partnern vorgeschlagene Fallbeispiele. Anhand dieser realen Situationen lassen sich auftretende Hindernisse analysieren, Bedürfnisse modellieren, verschiedene Szenarien testen und übertragbare Empfehlungen erarbeiten. Das erwartete Ergebnis ist ein gemeinsamer Rahmen, ergänzt durch ein Referenzdokument, der den Akteuren im Kanton dabei helfen soll, ihre Strategien für nachhaltiges Bauen und Sanieren besser zu strukturieren.
Für die breite Öffentlichkeit geht es um ganz konkrete Ziele: Gebäude sollen energieeffizienter, komfortabler und umweltfreundlicher werden, ohne dass Nachhaltigkeit dabei als unerschwingliche Mehrkosten wahrgenommen wird. Für Unternehmen geht es darum, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, indem sie Angebote entwickeln, die besser auf die neuen Erwartungen des Marktes zugeschnitten sind.
Mit dem Projekt Nachhaltiges Bauen setzt Freiburg auf einen gemeinschaftlichen und pragmatischen Ansatz: Dank der Zusammenführung von technischem, wirtschaftlichem und finanziellem Fachwissen wird der Wandel im Bausektor vorangetrieben.