Kooperationsprojekt

Carbolog: Die CO₂-Ziele in der Logistik transparent und vergleichbar machen

01.09.2026 VORHERIGER ARTIKEL NÄCHSTER ARTIKEL
<   ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Eine Plattform, die Kunden und Dienstleistern hilft, die CO₂-Reduzierung ihrer Logistikketten besser zu steuern

Der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft hängt nicht nur davon ab, was Unternehmen produzieren. Er hängt auch davon ab, wie Rohstoffe, Komponenten und Produkte transportiert werden. Die Logistik spielt daher eine entscheidende Rolle bei der CO₂-Reduzierung in Wertschöpfungsketten. Dennoch ist es für ein Unternehmen derzeit nach wie vor schwierig, die CO₂-Verpflichtungen seiner Logistikdienstleister klar miteinander zu vergleichen.

Genau dieser Herausforderung stellt sich das Projekt Carbolog, das von der Climate Services AG gemeinsam mit der HTA-FR, UCB Farchim, Spontis, Condis und Liebherr Maschinen Bulle getragen wird. Sein Ziel: die Entwicklung einer digitalen Lösung, mit der die CO₂-Verpflichtungen von Logistikdienstleistern transparenter, besser vergleichbar und bei Kaufentscheidungen leichter nutzbar gemacht werden können.

Heutzutage gibt es zahlreiche Instrumente, mit denen sich die aktuellen Emissionen einer Transportdienstleistung messen lassen. Eine Frage bleibt jedoch oft ohne klare Antwort: Was unternimmt der Dienstleister tatsächlich, um seine Emissionen in Zukunft zu senken? Zwei Anbieter können heute eine ähnliche CO₂-Bilanz aufweisen, dabei aber sehr unterschiedliche Entwicklungspfade für die kommenden Jahre verfolgen. Carbolog befasst sich daher nicht nur mit der Messung, sondern auch mit der Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit zukünftiger Verpflichtungen.

Das Projekt stützt sich auf drei sich ergänzende Elemente. Das erste ist eine kollaborative digitale Plattform, auf der die Dienstleister ihre CO₂-Bilanzen, ihre Ziele, ihre Budgets und ihre Aktionspläne strukturiert darstellen können. Das zweite Element ist ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Simulationstool, das mit Unterstützung der HTA-FR entwickelt wurde und in der Lage ist, die Entwicklung der Emissionen unter verschiedenen technologischen, energetischen oder regulatorischen Szenarien zu prognostizieren. Das dritte Element betrifft die Kommunikation der Ergebnisse mit visuellen und zusammenfassenden Indikatoren, die es der Geschäftsleitung, den Einkaufsleitern oder den Nachhaltigkeitsbeauftragten ermöglichen, die wichtigsten Informationen schnell zu erfassen.

Daraus entsteht ein zweifacher Vorteil. Für Unternehmenskunden soll Carbolog den Vergleich zwischen Dienstleistern erleichtern und es ermöglichen, Klimaschutzverpflichtungen in Kaufentscheidungen einzubeziehen. Für Logistikdienstleister bietet die Lösung eine Möglichkeit, bereits unternommene Anstrengungen hervorzuheben und die Kohärenz ihres Kurses für die CO₂-Reduzierung glaubwürdiger nachzuweisen.

Das Projekt zielt nicht darauf ab, neue Verkehrstechnologien zu entwickeln, sondern die Verpflichtungen sichtbar, vergleichbar und umsetzbar zu machen, damit diese besser ausgewählt und gesteuert werden können. Dieser Ansatz kann zu einem wichtigen Hebel werden, um die CO₂-Reduzierung in der Logistik, aber langfristig auch in anderen Dienstleistungsbereichen voranzubringen.

Bei Carbolog liegt der Schwerpunkt der Innovation somit an der Schnittstelle zwischen Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, CO₂-Strategie und der Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten. Eine konkrete Möglichkeit, die CO₂-Reduzierung zu einem Instrument für Entscheidungsfindung, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit zu machen.